Politische Orientierung
Die Demokratie lebt von mündigen Bürgerinnen und Bürgern, die sich informieren, sich Meinungen bilden und miteinander aushandeln, wie das politische Miteinander gestaltet werden soll. Wir greifen strittige Orientierungsfragen auf und setzen auf die Tagesordnung, was wir für wichtig halten. Wir fragen, was Sache ist. Wir bringen unterschiedliche Positionen miteinander ins Gespräch. Und wir fragen nach der Orientierungskraft des christlichen Glaubens, dem das Politische nicht gleichgültig sein kann.
Fokus
2026 ist ein Superlandtagswahljahr. Absehbar ist, dass Mehrheiten bröckeln werden. Die jahrzehntelang gewohnten Koalitionen werden immer bunter. Am nächsten an absolute Mehrheiten reicht die AfD – mit einem Programm, das auf Remigration setzt, eine Wende in der Geschlechterpolitik anstrebt, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk umbauen will und zunehmend kirchenfeindlich auftritt. Gleichzeitig werden die Berliner Regierungskoalitionen immer kritischer gesehen. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusehen, dass sich bunte Koalitionen in Thüringen und in Sachsen-Anhalt ebenso schwertun werden, sich auf gemeinsame Reformprojekte zu einigen und damit die Köpfe und die Herzen zu gewinnen. Genau das aber wird nötig sein. In den Evangelischen Akademien versuchen wir zu verstehen, was vor sich geht. Wir sind besorgt über gesellschaftliche Spaltungen, Hass, die Verachtung demokratischer Errungenschaften, nationalen Hochmut und die Ausgrenzung anderer. Wir gucken genau hin, eröffnen immer wieder den Austausch über Strittiges – und ermutigen zu demokratischem Engagement, von dem wir meinen, dass der menschenfreundliche Gott seine Freude daran hätte. Zum Tag der deutschen Einheit werden wir das ost-west-übergreifend tun – mit einer Zwischenbilanz des Wahljahres.
Projekte
Netzwerke
- Frank-Loeb-Institut der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau
- Friedensakademie der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau
- Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz
- Evangelische Akademie in Deutschland
- Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung
Weiterdenken
Der Traum, dass auf das Zeitalter des Kalten Krieges ein goldenes Zeitalter des Friedens folgen würde, hat sich nicht erfüllt. Immer unmittelbarer ist auch Europa von multipolaren Konflikten und Kriegen betroffen. Die politische Antwort heißt weithin »Kriegstüchtigkeit« und militärische Unabhängigkeit. Was wird aus gewaltarmen Strategien der Friedenssicherung, aus Diplomatie, internationalen Organisationen, Recht, Friedensarbeit, Rüstungsbegrenzung? Was wird aus der Evangelischen Friedensethik? Die Friedensdenkschrift der EKD findet ein gemischtes Echo, auch bei uns.

