Wie gerecht ist der neue Wehrdienst?

Jedes Jahr unterstützen wir die 10. Klasse des Raiffeisen-Campus Dernbach bei der Vorbereitung einer Podiumsdiskussion. In diesem Jahr diskutierten wir die Frage: Wie gerecht oder ungerecht ist eigentlich der jüngst beschlossene Wehrdienst? Die Jugendlichen gehen dabei mit Expertinnen und Experten, die sie selbst einladen, auf die Bühne. Ein spannendes Erlebnis!

Es folgt der Nachbericht des Raiffeisen-Campus als Gastbeitrag:

„Auf Augenhöhe“ lautet der Titel der Diskussionsreihe am Raiffeisen-Campus, zu dem jedes Schuljahr die Zehntklässler Expertinnen und Experten zu einem für sie relevanten gesellschaftlichen Thema einladen. Dass in diesem Jahr das Thema „Wehrpflicht“ zur Debatte stand, wählten die Schülerinnen und Schüler selbst aus. „Schließlich betrifft das vor allem auch uns“, erläuterten Mika und Greta, die als Moderator*innen durch den Abend führten. Knapp 180 Personen, darunter viele Schüler*innen und Schüler des Raiffeisen-Campus, Eltern, Ehemalige, aber auch externe Gäste, verfolgten die Diskussion.

Zu Gast auf dem Podium waren mit Oberst André Wüstner (Vorsitzender des Deutschen Bundeswehr-Verbands), Judith Busse (Landesgeschäftsführerin der Deutschen Friedensgesellschaft) und Dr. Stephan Kroll (Peace Research Institute Frankfurt) ausgewiesene Expertinnen und Experten, die durchaus kontroverse Standpunkte in der Debatte vertraten. Die Perspektive der Jugendlichen brachten Adele, Sebastian, Marie und Philipp ein, die sich als Schülerinnen und Schüler des Raiffeisen-Campus schwerpunktmäßig mit verschiedenen Dimensionen der Fragestellung beschäftigt hatten. So entwickelte sich ein interessanter Austausch in drei Diskussionsrunden zu den zentralen Fragen: Ist eine Wehrpflicht notwendig? Ist das neue Wehrpflicht-Modell gerecht? Und wie können wir einen Beitrag zu dauerhaftem Frieden leisten?

Oberst André Wüstner erhielt viel Zustimmung zu seiner Position, dass wir als Gesellschaft mehr für unsere eigene Sicherheit tun müssen. Judith Busse betonte zum einen die Gefahr einer Aufrüstungsspirale und zum anderen machte sie deutlich, dass auch die einfachen Bürger in Russland Frieden wollen. Hierzu ergänzte Dr. Stephan Kroll, dass für einen echten und dauerhaften Frieden Diplomatie und Gespräche unabdingbar seien. Zudem warf er die Frage auf, ob ein Gesellschaftsjahr für Männer und Frauen nicht eine gerechtere Alternative wäre.

Nach jeder Diskussionsrunde folgten Fragen aus dem Publikum und auch in den Pausen ergaben sich informelle Gesprächskreise mit den Expert*innen. So konnten die Lernerinnen und Lerner des Raiffeisen-Campus sowie die Besucher tatsächlich „auf Augenhöhe“ mit den Experten ins Gespräch kommen während sie die gute Verpflegung durch die Jahrgangsstufe 10 genossen.

Nach einem gelungenen Abend beendeten die Moderatoren die Diskussion und dankten den Experten, dem Technik-Team, den betreuenden Lehrkräften Herrn Henn, Herrn Schulz, Herrn Kneisler und Herrn Deinert sowie Herrn Wahl von der Evangelischen Akademie und Frau Zerwas als Sprechtrainerin für ihre Unterstützung.

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